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⇐ Selbstbestimmungsrecht des Kindes 02.10.2008 Am 9 und 10. Oktober findet in der alten Sternwarte eine Tagung statt. Das Thema kreist um Fragen zur Ethik für die Medizin. Dabei sollen komplexe Fragen und Situationen im Vordergrund stehen, wie zum Beispiel: "Muss man bei gehörlosen Kindern auf Hörimplantate verzichten, weil die Eltern dies wünschen?" [Schlechte Fragen führen zu schlechten Antworten. Dr. Dieter Porth]
Kommentar,Gedanken, Anmerkungen, ...Redaktion buergerstimmen.de - Dr. Dieter Porth, Göttingen:
Als ich die Pressemeldung zuerst las, dachte ich: "Oh, ein tolles Thema." Dann las ich die Meldung genauer und jetzt denke ich ernüchtert, dass die Tagung wenig Konstruktives erwarten lässt.
Der erste Punkt, der mein anfängliches Interesse ernüchterte, war die Aufzählung der beteiligten Wissenschaftler. Nur Medizinjuristen und Medizinethiker kommen zu dem Treffen. Die Juristen können mittelbar berichten, was in den verschiedenen Ländern an Glauben, Ethik und Normen vorherrscht. Dies ist sicher ein spannendes Thema. Aber wenn Juristen zusammenkommen, dann steht oft der Wunsch Vordergrund, Recht zu haben. Ähnliches gilt auch für Ethiker. Beide Gruppen tendieren von ihrer Ausbildung dazu, anderen Menschen Normen auferlegen zu wollen.
Der zweite Punkt, der dann nachhaltig mein anfängliches Interesse ernüchterte, war die Form wie die komplexen Situationen dargestellt wurden. Der Autor der Meldung bediente sich - in Übereinstimmung mit den Titeln der Tagung - der "Alternativfragen". Alternativfragen fordern zum Nachdenken über Richtig oder Falsch, Erlaubt oder Verboten auf. Solche Fragen machen das Dilemma erst zu einem wirklichen Dilemma, weil die ganze Breite der Aspekte des menschlichen Zusammenlebens ausblenden.
Solche alternativen Fragestellungen sind natürlich angemessen, wenn sich der Arzt als alleiniger Entscheider - in diesem Fall für das Kind - versteht. Aber mir stellt sich hier die Frage, inwieweit die Fragestellung der Situation überhaupt angemessen erfasst. Die Eingriffe spielen sich in einem bestimmten sozialen Umfeld ab. Neben den körperlichen Auswirkungen, die man sicher medizinisch beschreiben kann, führt jede Behandlung auch zu Rückkopplungen mit der sozialen Mitwelt. Gerade für Kinder, die sehr stark am sozialen Umfeld lernen, können viele Eingriffe sehr weitreichend oder sogar prägend wirken. Die prägend Wirkung kann die medizinischen Wirkungen weit übertreffen.
Leider finden sich Soziologen, Psychologen und/oder Pädagogen nicht auf diesem Kongress. Dann wären auch die Fragen wohl anders formuliert gewesen. Statt der überaus arroganten Formulierung
"Was darf, was muss die Medizin tun, wenn Kinder geboren werden, die Anteile beider Geschlechter haben?"
wären bei einem interdisziplinären Kongress die Fragestellungen wohl menschlicher und pragmatischer gewesen wie zum Beispiel:
"Wie findet man angemessene Entscheidungen, wenn Kinder geboren werden, die Anteile beider Geschlechter haben?"
In diesem Sinne bleibt mir nur vorurteilsbehaftet festzuhalten, Schlechte Fragen führen zu schlechten Antworten. Dr. Dieter Porth
Emailnachricht: Kontaktlink zu Universitätsmedizin [ Homepage ] (---)
Meldung von der Universitätsmedizin - Kinder und ihre Rechte in Medizin und Forschung
Internationale Konferenz "The Rights of Children in Medicine": Experten in Medizinethik und Medizinrecht diskutieren über Kinderrechte am 9. und 10. Oktober 2008 in der Historischen Sternwarte in Göttingen.
(umg) Werden die Rechte von Kindern als Patienten ernst genug genommen? Haben Kinder ein Recht auf Selbstbestimmung in medizinischen Angelegenheiten, und wenn ja, in welchem Alter? Dürfen Eltern allein über das Kindeswohl bestimmen, auch wenn es um Leben und Tod geht? Was darf die medizinische Forschung Kindern zumuten?
Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt der internationalen Konferenz zum Thema "Kinderrechte in der Medizin" in Göttingen. Die Veranstaltung findet statt von Donnerstag, 9. Oktober, ab 10:30 Uhr bis Freitag, 10. Oktober 2008. Veranstaltungsort ist die Historische Sternwarte Göttingen. Organisiert und veranstaltet wird die Konferenz von der Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin der Universität Göttingen in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe "Intersexualität und Ethik" im Netzwerk "DSD/Intersexualität". Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die Veranstaltung.
Internationale Experten und Expertinnen der Medizinethik und des Medizinrechts aus Deutschland, Großbritannien, Italien, Finnland und Israel diskutieren über die Rechte von Kindern und über die Rechte und Pflichten ihrer Eltern. Dabei geht es um ganz unterschiedliche, aber immer komplexe Situationen, zum Beispiel: Muss man bei gehörlosen Kindern auf Hörimplantate verzichten, weil die Eltern dies wünschen? Darf man große Mädchen dem Risiko einer Östrogen-Behandlung aussetzen, nur damit sie nicht weiter wachsen? Ein besonderes Thema der Tagung wird der Umgang mit Intersexualität sein. Zur Diskussion steht dabei die Frage: Was darf, was muss die Medizin tun, wenn Kinder geboren werden, die Anteile beider Geschlechter haben?
Internationale Konferenz
"The Rights of Children in Medicine"
Donnerstag, 9. Oktober 2008, 10:30 Uhr bis 18:00 Uhr, bis
Freitag, 10. Oktober 2008, 09:00 Uhr bis 13:30 Uhr
Historische Sternwarte Göttingen
Geismarlandstraße 11, 37083 Göttingen
In der Abteilung Ethik und Geschichte der Medizin der Universitätsmedizin Göttingen forschen Arbeitsgruppen zur Ethik in der Kinderheilkunde und Jugendmedizin. Ein Schwerpunkt der Abteilung ist "Medizinethik und Intersexualität". Das Institut ist Kooperationspartner in einem vom BMBF geförderten "Netzwerk Intersexualität" im Rahmen des Förderprogramms der Bundesregierung zur Erforschung seltener Erkrankungen.
Weitere Informationen zum "Netzwerk Intersexualität": www.netzwerk-dsd.de
PROGRAMM: Ein ausführliches Programm zur Konferenz lesen Sie unter: www.egmed.uni-goettingen.de/egm/index.php?page=abt_veranstaltungen.html
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Stadtradiotipps 6.10. - 12.10. 6.10. Göttinger Elch - Aufzeichnung 01.10.2008 Die Aufzeichnung zur Verleihung des Göttinger Elchs an Altsatiriker wird am 6.10. ab 11:05 bei Stadtradio Göttingen (107,1MHz / 95.35-Kabel) ausgestrahlt. Weitere interessante Beiträge sind zum Beispiel die Vorstellung von "Vans & Elo mit Liveband" am Dienstag den 7.10. in der HörBar; oder am Freitag den 10.10. der Beitrag über Sicherheit und Grenzen im Internet.
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