geändert am 12.12.2007 - Version Nr.: 1. 857

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Meldung gesetzt von ~ Dr. Dieter Porth --- ---

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Gentechnik
Gen-Rübe in Northeim von Grünen abgelehnt

06.12.2007 Stefan Wenzel, Landtagsabgeordneter der Grünen,, der Kreistagsfraktion der Grünen wie auch der Stadtratsfraktion der Grünen kritisieren die Freisetzung der gentechnisch veränderten Rübe. Die Rübe ist gegen das Unkrautbekämpfungsmittel Round-Up resistent. Die Grünen halten diese Züchtung für überflüssig und kritisieren die CDU-FDP-Landesregierung wegen der Aufweichung des Gentechnikschutzes.
[Anmerkung: Bei Arzneimitteln prüft man die Wirksamkeit; aber wie prüft man die Unbedenklichkeit von gentechnisch veränderten Pflanzen. Dr. Dieter Porth]

Kommentar,Gedanken, Anmerkungen, ...

Redaktion buergerstimmen.de - Dr. Dieter Porth, Göttingen: Eines habe ich im Internet nicht feststellen könne. Wie stellt man eigentlich die gesundheitliche Unbedenklichkeit von Gentechnik veränderten Pflanzen fest. Wie stellt man fest, dass die Pflanzen den Menschen nicht langfristig unfruchtbar machen. Man entsinne sich nur, wie lange es dauerte, bis man die Ursache für BSE erkannt hat. Ich habe großes Unbehagen gegen die Gentechnik, weil durch das Patentrecht die Konzerne gezwungen sind, schnell und mit hohem Kapitaleinsatz den Markt mit ihren gentechnisch veränderten Pflanzen zu überfluten. Da mit der gentechnischen Veränderung auch eine Veränderung des Pflanzenstoffwechsels verbunden ist, kann niemand sagen, welche langfristigen Giftwirkungen von den Pflanzen ausgehen. Vielleicht ist die gentechnisch veränderte Pflanze heimtückisch wie Contagan und schädigt nur Menschen in bestimmten Lebensphasen. Mir ist bis heute nicht klar, wie Wissenschaftler die Unschädlichkeit von gentechnisch veränderten Pflanzen testen.
Aber gentechnisch veränderte Nutzpflanzen, die gegen Unkrautmittel resistent sind, sind für eine nachhaltige Landwirtschaft sehr problematisch. Dies wird im folgenden gezeigt..
Haben sie sich schon mal gefragt, warum die Bauern ihre Äcker gegen Unkräuter spritzen? Ein überheblicher Professor unterstellte in einem Vortrag den Bauern lediglich ein ästhetisches Empfinden. Das ist natürlich Unsinn. Vielmehr ist der Zwang zum Spritzen eine Konsequenz der Rationalisierung. Da ein einzelner Landwirt immer größerer Flächen bewirtschaften und immer mehr Menschen miternähren muss, muss der Landwirt Maschinen zur Ernte einsetzen. Die Maschinen kann er nur einsetzen, wenn die Pflanzen alle in einem engen Zeitfenster reif werden. Dies kann man nur erreichen, wenn die Pflanzen auf den Äckern überall die gleichen Wachstumsbedingungen haben. Unkräuter können dazu führen, dass sich die Reifung um Wochen verzögert.
Nun gibt es bestimmte Spritzmittel, die gegen fast alle Pflanzen tödlich wirken. Ein solchen Spritzmittel ist zum Beispiel Round-Up. Auf den ersten Blick ist also im Prinzip eine pfiffige Idee, eine Nutzpflanze mit einem Resistenz-Gen gegen das Spritzmittel auszustatten. So kann man für Mais oder auch Zuckerrüben für gleichartige Wachstumsbedingungen sorgen und damit den Ertrag steigern. Dieser Effekt ist aber nur kurzfristig. Langfristig führt diese Strategie zu einer Verschlechterung der Erträge. Nach dem Säen gehen nämlich nicht alle Samenkörner auf. Auch fallen zur Erntezeit Samen auf den Boden. Diese nicht gekeimten Samen sammeln sich in der Samenbank des Bodens an und keimen vielleicht erst ein, zwei, drei oder auch zehn Jahre später. Der Boden wird also mit Samen von Pflanzen verschmutzt, die der Bauer später nicht mehr mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen kann. der anfängliche Segen kehrt sich in einen Fluch für die Landwirte um, weil im Laufe der Jahre immer mehr unerwünschte Pflanzen zwischen den Nutzpflanzen zu finden sind. Da in der Landwirtschaft viele schädliche Effekte erst nach Jahren und Jahrzehnten sich bemerkbar machen, sollte man nicht nur die Schutzrechte für die Verbraucher sondern auch die Schutzrechte für die Landwirte gegen die gentechnische Verschmutzung ihrer Länderein erhöhen. Schließlich produziert die Gentechnik-Industrie die Unkräuter der Zukunft.
Ich bin auch kein prinzipieller Gegner von Freilandversuchen und von der Gentechnik, aber unter den heutigen rechtlichen Rahmenbedingungen muss jeder Manager jegliche bedenken über Bord werfen und mit großer Macht seine patentrechtlich geschützte Pflanze in den Markt puschen. Der erste große Gentechnikunfall ist nur eine Frage der Zeit. Wenn es soweit ist, werde ich mich dafür einsetzen, dass die Politiker und Wirtschaftsmanager auch persönlich mit ihrem eigenen Vermögen für die Schäden haften. Dr. Dieter Porth

 
Emailnachricht: Kontaktlink zu Kreisverband der Grünen [ Homepage ] (- Raymond Rordorf)
 

Stefan Wenzel, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, MdL - Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Rat der Stadt Göttingen - Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Göttinger Kreistag - GRÜNE üben Kritik an Freilandversuchen der KWS Saat AG mit GV-Zuckerrüben

Mit scharfer Kritik reagieren der Göttinger Vorsitzende der Landtagsfraktion von Bündnis 90/DIE GRÜNEN, Stefan Wenzel, die Stadtratsfraktion und die Kreistagsfraktion auf die Ankündigung der KWS Saat AG bei Northeim, Freilandversuche mit gentschnisch veränderten Zuckerrüben durchführen zu wollen. "Gentechnisch veränderte Zuckerrüben sind genauso überflüssig wie gentechnisch veränderter Raps oder Mais", so Wenzel. "Wir wollen diesen Raps weder an den zwei Standorten bei Northeim noch anderswo." Wenzel wendet sich damit auch gegen die Politik des Landes: "Die geplante Freisetzung der Zuckerrüben ist die ärgerliche Folge einer verfehlten Subventionspolitik der CDU/FDP-Landesregierung, die bei der Förderung der Gentechnik wieder einmal mangelnde Fachkompetenz in Umweltfragen beweist." Die Landesregierung subventioniert die Markteinführung der gentechnisch veränderten Zuckerrüben indirekt über die Finanzierung von Forschungsprojekten, die die KWS in Zusammenarbeit mit niedersächsischen Universitäten durchführt, u.a. mit der Universität Göttingen. Gleichzeitig arbeitet die Bundesregierung an einer Novelle zur Verschlechterung des Gentechnik-Gesetzes, statt die gentechnikfreie Erzeugung und Lebensmittelversorgung in Deutschland zu schützen und zu stärken, wie es Bündnis 90/DIE GRÜNEN seit Jahren fordern.
Mit dem Anbau der gentechnisch veränderten Pflanzen tragen Konzerne wie die KWS weder dazu bei, den Welthunger zu bekämpfen, noch den Verbrauch an Bioziden zu senken. Anbauversuche mit der in Rede stehenden Rübe haben dies in den USA gezeigt. Schon nach wenigen Anbauperioden mussten dort wegen zunehmender Resistenzen die eingesetzten Mengen des Biozids "roundup-ready" - gegen das die Rüben angeblich durch die veränderten Gene resistent sind - gesteigert werden. Nennenswerte wirtschaftliche Vorteile werden sich - wie schon bei Mais und Raps - weniger für die Bauern ergeben als für das Unternehmen, das die GVO vertreibt. Welche ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen der Wirkstoff Glyphosat hat, ist zudem weitgehend unerforscht. Nachgewiesen ist eine tödliche Wirkung auf Frösche und Fische.
"Wir fordern die KWS auf, ihren Antrag auf Freisetzung der Zuckerrüben zurückzuziehen", erklärt Wenzel. Die geplanten Anbauversuche sind genauso wenig im Sinne der VerbraucherInnen in Deutschland wie die finanzielle Förderung der Gentechnik durch Bund und Land. "Hier wird mit der Brechstange versucht, der Gentechnik den Marktzutritt zu eröffnen." Wenzel weist nachdrücklich darauf hin, dass der Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft von der übergroßen Mehrheit der Bevölkerung weiterhin abgelehnt wird. "Außer Ministerpräsident Wulf und Umweltminister Sander kenne ich kaum jemanden, der das Zeug ernsthaft auf dem Teller haben möchte."

Leserbriefe / Kommentare zur Meldung


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Ticker und Querverweise

Ticker
Altes

Rückblick 48/07
Konzerte vom 29.November bis zum 05.Dezember

06.12.2007 Der Konzertkalender bietet einen Überblick über die aktuellen Konzerte in Göttingen und Südniedersachsen. Dieser Rückblick archiviert nur die Ankündigungen, um vielleicht später die oder andere musikalische Entwicklung nachzeichnen zu können.
Neben den Links zu den Websites und Myspace-Sites der Bands finden sich hier auch die Links zu Veranstaltern und Bühnen und zu einigen früheren Bühnenkritiken von den Bürgerstimmen..

Offenes Singen
jt-Casino fast zu eng für alle Sänger

04.12.2007 Rückblickend berichtet Wieland Ulrichs vom Offenen Singen am Montag dem 3.12.. Der Andrang beim Mitsingen der Weihnachtslieder war sehr groß und das freie Singen hat allen Spaß gemacht. Das nächste reguläre Offene Singen ist am ersten Montag im Januar (7.1.). Das nächste außerplanmäßige Offene Singen findet am 9. Dezember ab 16:00 im Krankenhaus in Northeim statt.

Popkonzerte
MM Konzerte bringt Paul Panzer, Abba Mania, ...

05.12.2007 Die Kassler Konzertagentur bringt verschiedene Stars nach Göttingen.
-- 30.1. Abba Mania => eine Abba-Cover-Show
-- 31.1. Mother Africa => eine Show mit Musik und Tanz
-- 24.4. "Wir sind Helden" => Konzert einer deutschen Popband
-- 1.6. Paul Panzer => Slapstick, Show und Comedy

Trommelshow
Zehn Prozent Weihnachtsrabatt (bis 24.12.) für TAO

05.12.2007 Tao ist nicht nur Trommelkunst; Tao ist auch eine geistige Haltung. Yellow Concerts bringt die sagenhafte Trommelshow aus Japan am 22. Januar in die Stadthalle. Bis zum Heiligabend wird ein Weihnachtsrabatt gewährt.

Programmkino
Lumiere bietet interessante Filme

05.12.2007 Im Programm des Lumieres sind unter anderem die folgenden Filme zu sehen. Am 26. + 27 + 28. Januar läuft der aufrüttelnde Film " Drei Tage im April "; schon der Titel macht Lust auf den Frühling. Beim Film " Oh wie schön ist Panama" am 26. und 27. Januar kommen die Kinder sicher auf ihre Kosten. Interessant ist vielleicht auch am 8. Januar der Film "Gestohlene Jugend", über welchen anschließend diskutiert werden soll.

Konzert
Kalter Kaffee machte Publikum heiß

05.12.2007 Im Rahmen der Reihe Liedermaching-Herbst spielten am 29.11. die beiden Duos PPositano und Kalter Kaffe im Cafe Kreuzberg. Sie begeisterten mit ihren deutschen Liedern zu Klampfe und e-Piano das Publikum, welches am Ende die Lieder mitsang
Popkonzertnote für das Doppelkonzert: 3+

Neues

Musik
Knorkator "Laut gegen Rechts"

12.12.2007 Die Band Knokartor unterstützt mit einem Video den Protest gegen Nazis.

Sparkassenfusion
Grüne für Großsparkasse Südniedersachsen

11.12.2007 Die Sparkasse Hann-Münden steckt in der Krise. Die Krise soll durch eine Fusion mit einer anderen Sparkasse überwunden werden soll. Die Ratsfraktion der Grünen favorisiert eine Sparkassenfusion, indem die Sparkassen Hann-Münden, Northeim, Osterode, Göttingen und Duderstadt zur Sparkasse Südniedersachsen zusammengefasst werden In jedem Fall sollen nach ihre Meinung die Sparkassen Göttingen und Duderstadt mit der Sparkasse Hann Münden fusionieren, wobei eine angemessene finanzielle Beteiligung des Sparkassen-Stützungsfonds als selbstverständlich erachtet wird.

Zukunftsvision
Grünen nehmen Klimawandel ernst

11.12.2007 Stefan Wenzel (Grüne) und der atompolitische Sprecher der Grünen Andreas Meihsies haben ihre energiepolitischen Visionen für 2020 bis 2050 vorgestellt. Sie wollen statt der Großkraftwerke die Kraft-Wärme-Kopplung in Kleinkraftwerken stärker fördern. Weitere Maßnahmen sind zum Beispiel solare Baupflicht und Tempolimit auf Autobahnen.

Energieeffizienz
CDU will Abwasserwärme nutzen

06.12.2007 Die Ratsfraktion der CDU hat die Idee, mit Hilfe von Wärmepumpen die Wärmeenergie des Abwassers zurückzugewinnen. Die Verwaltung soll die Potentiale prüfen und in einer Energiekarte darstellen. In einem dritten und letzten Schritt soll die Wirtschaftlichkeit geprüft werden.

Seniorenservicebüro
Stadt soll sich um Fördergelder bewerben

06.12.2007 Die Ratsfraktion der CDU will in der Ratssitzung am Freitag den Antrag stellen, dass sie die Stadt für ein Seniorenservicebüro einsetzen soll. Das Büro soll die Aufgaben haben, die derzeit zum Beispiel das BONUS Freiwilligen - Zentrum Göttingen leistet.
[Anmerkung: Wandel der Zeiten - früher hätte man dafür die Kirchen gefragt. Dr. Dieter Porth]

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