geändert am 30.12.2008 - Version Nr.: 1. 42
11.11.06 (set: 15.11.2006) ~ <<< 30.11.06 (set: 06.12.2006) ~ >>> ~ Dr. Dieter Porth - Göttingen
------------------------------
Pressemitteilung Kontaktlink zu Bürgerstimmen im Göttinger-Land [ Homepage ] (Dr. Dieter Porth)[Göttingen - 29.11.06] [Bericht]
Die Filmmatinee der Grünen am 26.11. im Cinemaxx mit anschließender Diskussion
Der Film "eine unbequeme Wahrheit" ist ein Film über Al Gore gewesen und ist im wesentlichen für den amerikanischen Markt zur Vorbereitung des nächsten Wahlkampfs für das Amt des Präsidenten der USA gedreht worden. In dem Film wird der Lebenslauf von Al Gore mit dem Kampf um eine bessere Klimapolitik verknüpft. Gleichzeitig präsentiert der Film viele Indizien, die akut auf einen Wandel des weltweiten Klimas und auf die akute globale Erwärmung hinweisen.
Eine Vielzahl von Indizien deuten auf den Klimawandel hin. Der Rückgang der Gletscher in den letzten 30 Jahren ist ein Indikator. Auch in der Natur deuten Indizien auf die klimatische Erwärmung hin. Früher schlüpften die Kinder von bestimmten Zugvögeln genau dann, als auch die Insektenlarven schlüpften. Durch die globale Erwärmung schlüpfen Insektenlarven früher, und die Schlüpfzeitpunkte der Vögel konnten nur bedingt darauf reagieren. Daraus resultiert das Problem von mehr Insekten, die plötzlich als Schädlinge sich bemerkbar machen. Auch die Epidemien der neuen Krankheiten (Ebola, SARS, Vogelgrippe, ...) in den letzten Jahrzehnten wurde als Indiz für die globale Erwärmung angeführt. Der Absterben großer Korallenriffe wird als Indiz für die globale Erwärmung angeführt. Die Häufung der Rekordsommer in den letzten Jahren wird als Indiz angeführt, genauso wie die Zunahme extremer Wetterlagen, die sich auch in den erhöhten Schadenssummen bei den Versicherungen zeigen.
Ein weiteres Indiz für die globale Erwärmung ist der Rückgang von Schelfeisflächen in der Antarktis (Südpol) und die Abnahme der Eisdicken in der Arktis (Nordpol). Insbesondere wurde der Mechanismus für den schnellen Bruch der Shelfeisflächenin der Antarktis dargestellt. Wesentliches Element war, dass sich auf der Eisfläche größere Tauseen gebildet haben. Diese Tauseen findet man auch in zunehmenden Maße auf dem Eisschild von Grönland. In dem Film wird die wahrscheinliche Konsequenz angedeutet, dass der Eisschild von Grönland bald vom Land herunterrutschen könnte. Die Masse des Grönländer Eisschilds reicht aus, um den Meeresspiegel weltweit um sechs Meter anschwellen zu lassen. Hamburg, die Niederlande und auch der Platz des World-Trade-Centers würden überflutet werden.
Als Ursache für den gesamten Klimawandel wird die hohe Kohlenstoffdioxidemission genannt. An vielen Stellen wird auf die Korrelation zwischen dem Kohlenstoffdioxidgehalt und der weltweiten Temperatur hingewiesen. An einer Stelle wird auch auf die regelmäßige Schwankung der Kohlenstoffdioxidkonzentration. Wenn auf der Nordhalbkugel Sommer ist, sinkt der weltweite Kohlenstoffdioxidgehalt, weil die Pflanzen auf der Landfläche viel Kohlenstoffdioxid binden. Im Winter ist die Pflanzenproduktion auf der Südhalbkugel geringer, so dass der weltweite Kohlenstoffdioxidgehalt ansteigt.
Nach dem beeindruckenden Film, in welcher Al Gore als ein amerikanischer Umweltkämpfer herausgestellt wurde, begann die Podiumsdiskussion mit Stefan Wenzel ( Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag), Klaus Plaisir (Leiter Medien und Kommunikation, Stadtwerke Göttingen), Sabine Morgenroth (Ratsfrau und energiepolitische Sprecherin der Grünen, Geschäftsführerin von Erneuerbare Energien Göttingen GmbH&Co.KG), Dr. Jörg Heinzemann, Agrartechniker (Institut für Agrarwissenschaften an der Universität Göttingen) sowie Ingo Voges (Energiewende Komitee Göttingen e.V. ). In der Diskussion wurden verschiedenen Themen beleuchtet. In der Diskussion bestand Einigkeit darüber, dass die Erderwärmung und dass das Kohlenstoffdioxid ursächlich für die Erderwärmung ist: Entsprechend drehte sich die Diskussion darum, welche Maßnahmen zur Energieeinsparung man vornehmen kann. Klaus Plaisir vertrat dabei den Standpunkt, dass der Atomstrom eine Möglichkeit zur Reduzierung der Treibhausgase ist und regte an, dass die Stadtwerke vielleicht vollständig an e-on verkauft werden sollten. Sabine Morgenroth warb für die ee-goe und für das soziale Engagement, gemeinsam in regenerative Energieträger zu investieren. Sie war sich übrigens mit Klaus Plaisir einig, dass sich die regenerativen Energien genauso wie die konventionellen Energien wirtschaftlich rechnen müssen. Dr. Heinzemann weiß auf verschiedenen Studien hin, die zeigten, wie verschwenderisch wir an einigen Stellen mit Öl umgehen. Beispielsweise entstehen bei einem Kilo Biobananen ungefähr 0,5kg Kohlenstoffdioxid. Ingo Voges wies an verschiedenen Beispielen darauf hin, dass das Energiesparen immer situationsabhängig ist. Zum Beispiel wies er auf Schulbauten hin, für welche eine Lüftungsanlage sinnvoll wäre. Dazu machte er folgende Rechnung auf: Ein Klassenraum enthält 180Kubikmeter Luft. Ein Schüler atmet in einer Stunde ungefähr 30 Kubikmeter Luft und verbrauchte Luft macht müde. Mit einem Lüftungssystem und einer Abwärmerückgewinnung kann man für frische Luft im Klassenraum sorgen und gleichzeitig die Heizkosten senken. Wenn eine Lüftung nicht stattfindet, dann wird halt bei offenem Fenster unterrichtet und die Heizung heizt für draußen mit. Anschließend kamen die ungefähr 80 Zuschauer zu Wort. Die griffen in ihren Fragen die Themen auf und vertieften die Themen an einigen Stellen. Im Verlauf der Diskussion kristallisierte sich dabei die These heraus, dass der Bürger als Kunde Einfluss auf den Markt hat und dafür sorgen kann, dass die Gelder vermehrt in regenerative Energie gelenkt werden. Auch waren sich alle einig, dass die meisten Kunden nur dann zum Wechsel bereit sind, wenn es sie nicht zusätzliches Geld kostet.
Porth ©2006 (www/∗")
![]()
Der Wissenschaftler Dr. Jörg Heinzemann wies an praktischen Beispielen darauf hin, wie viel Kohlenstoffdioxid für den Transport von einem Kilogramm Bananen anfällt.
Porth ©2006 (www/∗")
![]()
Klaus Plaisir vertrat die Stadtwerke und sprach sich für weitergehendes Energiesparen aus.
Porth ©2006 (www/∗")
![]()
Ingo Voges wies darauf hin, dass Energiesparen immer situationsspezifisch ist, wenn das Sparen effizient sein soll.