geändert am 30.12.2008 - Version Nr.: 1. 42

Internet-Zeitung www.buergerstimmen.de
kritisch --- innovativ --- neoliberal

Wissenschaft

~ Dr. Dieter Porth - Göttingen

Am Sonntag, den 26.11., wurde der Film "eine unbequeme Wahrheit" von Al Gore gezeigt und anschließend von einem renommierten Publikum diskutiert. [Anmerkung: Die Erderwärmung ist real. Für mich ist die Zunahme der Erdbevölkerung die Ursache für die Erderwärmung, nicht die Zunahme der Kohlenstoffdioxidemissionen.]

------------------------------
Pressemitteilung Kontaktlink zu Bürgerstimmen im Göttinger-Land [ Homepage ] (Dr. Dieter Porth)

[Göttingen - 29.11.06] [Bericht]

Die Filmmatinee der Grünen am 26.11. im Cinemaxx mit anschließender Diskussion
Der Film "eine unbequeme Wahrheit" ist ein Film über Al Gore gewesen und ist im wesentlichen für den amerikanischen Markt zur Vorbereitung des nächsten Wahlkampfs für das Amt des Präsidenten der USA gedreht worden. In dem Film wird der Lebenslauf von Al Gore mit dem Kampf um eine bessere Klimapolitik verknüpft. Gleichzeitig präsentiert der Film viele Indizien, die akut auf einen Wandel des weltweiten Klimas und auf die akute globale Erwärmung hinweisen.
Eine Vielzahl von Indizien deuten auf den Klimawandel hin. Der Rückgang der Gletscher in den letzten 30 Jahren ist ein Indikator. Auch in der Natur deuten Indizien auf die klimatische Erwärmung hin. Früher schlüpften die Kinder von bestimmten Zugvögeln genau dann, als auch die Insektenlarven schlüpften. Durch die globale Erwärmung schlüpfen Insektenlarven früher, und die Schlüpfzeitpunkte der Vögel konnten nur bedingt darauf reagieren. Daraus resultiert das Problem von mehr Insekten, die plötzlich als Schädlinge sich bemerkbar machen. Auch die Epidemien der neuen Krankheiten (Ebola, SARS, Vogelgrippe, ...) in den letzten Jahrzehnten wurde als Indiz für die globale Erwärmung angeführt  Kommentarpiktogramm  . Der Absterben großer Korallenriffe wird als Indiz für die globale Erwärmung angeführt. Die Häufung der Rekordsommer in den letzten Jahren wird als Indiz angeführt, genauso wie die Zunahme extremer Wetterlagen, die sich auch in den erhöhten Schadenssummen bei den Versicherungen zeigen.
Ein weiteres Indiz für die globale Erwärmung ist der Rückgang von Schelfeisflächen in der Antarktis (Südpol) und die Abnahme der Eisdicken in der Arktis (Nordpol). Insbesondere wurde der Mechanismus für den schnellen Bruch der Shelfeisflächen   Kommentarpiktogramm  in der Antarktis dargestellt. Wesentliches Element war, dass sich auf der Eisfläche größere Tauseen gebildet haben. Diese Tauseen findet man auch in zunehmenden Maße auf dem Eisschild von Grönland. In dem Film wird die wahrscheinliche Konsequenz angedeutet, dass der Eisschild von Grönland bald vom Land herunterrutschen könnte. Die Masse des Grönländer Eisschilds reicht aus, um den Meeresspiegel weltweit um sechs Meter anschwellen zu lassen. Hamburg, die Niederlande und auch der Platz des World-Trade-Centers würden überflutet werden.
Als Ursache für den gesamten Klimawandel wird die hohe Kohlenstoffdioxidemission genannt. An vielen Stellen wird auf die Korrelation zwischen dem Kohlenstoffdioxidgehalt und der weltweiten Temperatur hingewiesen. An einer Stelle wird auch auf die regelmäßige Schwankung der Kohlenstoffdioxidkonzentration. Wenn auf der Nordhalbkugel Sommer ist, sinkt der weltweite Kohlenstoffdioxidgehalt, weil die Pflanzen auf der Landfläche viel Kohlenstoffdioxid binden. Im Winter ist die Pflanzenproduktion auf der Südhalbkugel geringer, so dass der weltweite Kohlenstoffdioxidgehalt ansteigt.
Nach dem beeindruckenden Film, in welcher Al Gore als ein amerikanischer Umweltkämpfer herausgestellt wurde, begann die Podiumsdiskussion mit Stefan Wenzel ( Fraktionsvorsitzender der Grünen im Landtag), Klaus Plaisir (Leiter Medien und Kommunikation, Stadtwerke Göttingen), Sabine Morgenroth (Ratsfrau und energiepolitische Sprecherin der Grünen, Geschäftsführerin von Erneuerbare Energien Göttingen GmbH&Co.KG), Dr. Jörg Heinzemann, Agrartechniker (Institut für Agrarwissenschaften an der Universität Göttingen) sowie Ingo Voges (Energiewende Komitee Göttingen e.V. ). In der Diskussion wurden verschiedenen Themen beleuchtet. In der Diskussion bestand Einigkeit darüber, dass die Erderwärmung und dass das Kohlenstoffdioxid ursächlich für die Erderwärmung ist: Entsprechend drehte sich die Diskussion darum, welche Maßnahmen zur Energieeinsparung man vornehmen kann. Klaus Plaisir vertrat dabei den Standpunkt, dass der Atomstrom eine Möglichkeit zur Reduzierung der Treibhausgase ist und regte an, dass die Stadtwerke vielleicht vollständig an e-on verkauft werden sollten. Sabine Morgenroth warb für die ee-goe und für das soziale Engagement, gemeinsam in regenerative Energieträger zu investieren. Sie war sich übrigens mit Klaus Plaisir einig, dass sich die regenerativen Energien genauso wie die konventionellen Energien wirtschaftlich rechnen müssen. Dr. Heinzemann weiß auf verschiedenen Studien hin, die zeigten, wie verschwenderisch wir an einigen Stellen mit Öl umgehen. Beispielsweise entstehen bei einem Kilo Biobananen ungefähr 0,5kg Kohlenstoffdioxid. Ingo Voges wies an verschiedenen Beispielen darauf hin, dass das Energiesparen immer situationsabhängig ist. Zum Beispiel wies er auf Schulbauten hin, für welche eine Lüftungsanlage sinnvoll wäre. Dazu machte er folgende Rechnung auf: Ein Klassenraum enthält 180Kubikmeter Luft. Ein Schüler atmet in einer Stunde ungefähr 30 Kubikmeter Luft und verbrauchte Luft macht müde. Mit einem Lüftungssystem und einer Abwärmerückgewinnung kann man für frische Luft im Klassenraum sorgen und gleichzeitig die Heizkosten senken. Wenn eine Lüftung nicht stattfindet, dann wird halt bei offenem Fenster unterrichtet und die Heizung heizt für draußen mit. Anschließend kamen die ungefähr 80 Zuschauer zu Wort. Die griffen in ihren Fragen die Themen auf und vertieften die Themen an einigen Stellen. Im Verlauf der Diskussion kristallisierte sich dabei die These heraus, dass der Bürger als Kunde Einfluss auf den Markt hat und dafür sorgen kann, dass die Gelder vermehrt in regenerative Energie gelenkt werden. Auch waren sich alle einig, dass die meisten Kunden nur dann zum Wechsel bereit sind, wenn es sie nicht zusätzliches Geld kostet.



Porth ©2006 (www/∗")

Porth , 2006 © Der Wissenschaftler Dr. Jörg Heinzemann wies an praktischen Beispielen darauf hin, wie viel Kohlenstoffdioxid für den Transport von einem Kilogramm Bananen anfällt.

Der Wissenschaftler Dr. Jörg Heinzemann wies an praktischen Beispielen darauf hin, wie viel Kohlenstoffdioxid für den Transport von einem Kilogramm Bananen anfällt.

Porth ©2006 (www/∗")

Porth , 2006 © Klaus Plaisir vertrat die Stadtwerke und sprach sich für weitergehendes Energiesparen aus.

Klaus Plaisir vertrat die Stadtwerke und sprach sich für weitergehendes Energiesparen aus.

Porth ©2006 (www/∗")

Porth , 2006 © Ingo Voges wies darauf hin, dass Energiesparen immer situationsspezifisch ist, wenn das Sparen effizient sein soll.

Ingo Voges wies darauf hin, dass Energiesparen immer situationsspezifisch ist, wenn das Sparen effizient sein soll.

Porth ©2006 (www/∗")

Porth , 2006 © Sabine Morgenroth warb für mehr praktisches Engagement bei den regenerativen Energie.

Sabine Morgenroth warb für mehr praktisches Engagement bei den regenerativen Energie.

Porth ©2006 (www/∗")

Porth , 2006 © Die Podiumsdiskussion moderierte Stefan Wenzel.

Die Podiumsdiskussion moderierte Stefan Wenzel.

Porth ©2006 (www/∗")

Porth , 2006 © Das Publikum hörte gespannt bei der Diskussion zu und beteiligte sich mit Fragen und Standpunkten.

Das Publikum hörte gespannt bei der Diskussion zu und beteiligte sich mit Fragen und Standpunkten.


------------------------------

Erläterung und/oder Kommentar

Anmerkung zur Diskussion: Ich fand es faszinierend, wie erwartet wurde, dass die Stadtwerke bzw. die großen Stromerzeuger für die Bereitstellung von Strom sorgen sollten. Warum holt man sich nicht die kleinen Verbraucher ins Boot, die sicherlich bei der Renovierung ihrer Heizungsanlagen auch eine kleine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage bauen würden. Ein technisches Problem ist an dieser Stelle sicher, dass die Vielzahl von Kleinkraftwerken zu unvorhersehbaren Stromschwankungen führen kann. Diesem Problem können die Versorger aber entgegentreten, wenn sie ihr bestehendes Stromleitungsnetz zur koordinierten Steuerung der vielen Kleinkraftwerke nutzen würden. (Hieß es nicht vor Jahren, dass Stromerzeuger einen Internetzugang über die Steckdose anbieten wollten. Die technischen Voraussetzungen für eine Steuerung der vielen Kleinanlangen existieren. Die Aufgabe der Stromversorger muss nur sein, bei den Kraft-Wärme-Kopplungsproduzenten "aufzuzwingen". So könnten die Kleinkraftwerke bedarfsgerecht geschaltet werden.

Anmerkung zur Ursache für die globale Erwärmung:
Ich glaube nicht an die These: "Kohlenstoffdioxid ist als Treibhausgas ursächlich für die globale Erwärmung." Ich halte die These "Die Zunahme der Erdbevölkerung ist ursächlich für die globale Erwärmung." für plausibler. Der Klimawandel ist akut und schreitet immer weiter fort. Dies ist unbestritten. Lediglich die Ursache wurde im Film meiner Meinung nach falsch dargestellt. (Der Film repräsentiert den Stand der allgemeinen Diskussion.)
Der Kohlenstoffdioxidgehalt in der Atmosphäre ist nicht die Ursache sondern lediglich ein Indikator für die zunehmenden Aktivitäten des Menschen weltweit.
Für mich liegt die wesentliche Ursache für den Klimawandel in der zunehmenden Erdbevölkerung, die auf Grund der fossilen Energieträger erst möglich wurde. Durch die Zunahme der Erdbevölkerung müssen die Menschen immer mehr Flächen bewirtschaften; die kaum Erträge bringen und wesentlich für das Mikroklima einer Region sind. Dadurch verändert sich das Mikroklima an vielen Stellen und wird dam zu einem globalen Phänomen. Die Abholzung des Regenwaldes führt zu einer Veränderung des Mikroklimas am Äquator, so dass die Sonneneinstrahlung dort steigt. Die Überweidung von Steppen für zu einer Zunahme der Wüsten in der Sahelzone, so dass dort lokal die Wärme steigt. Gerade die Wüstenbildung in den Vereinigten Staaten nimmt durch Überwirtschaftung der Landflächen immer weiter zu. In den Theorien wird dieser regionale Klimawandel als Sekundärkonsequenz des Klimawandels dargestellt.
Die Festlegung der Ursache hat jedoch eine wichtige Konsequenz. Wenn der Raubbau des Menschen an vielen verschiedenen Stellen zu einer zunehmenden Verwüstung und damit zur globalen Erderwärmung führt, dann muss an vielen verschiedenen Stellen der Verwüstung durch Aufklärung und durch Änderung der Bewirtschaftungsformen entgegengewirkt werden.
Eine Reduzierung der Kohlenstoffdioxidemissionen bringt keine Wirkung, weil die Kohlenstoffdioxidproduktion lediglich ein Indikator für die menschlichen industriellen Aktivitäten ist. Trotzdem müssen die Kohlenstoffdioxidemissionen reduziert werden, weil wegen der beginnenden Ölproduktionskrise die fossilen Energieträger knapper werden. Mit anderen Worten: die Verknappung der Ressourcen wird ohnehin eine Reduzierung Kohlenstoffdioxidemissionen erzwingen. Es ist nur die Frage, ob danach alternative Energieträger zur Verfügung stehen.
Ein Argument spricht augenscheinlich gegen meine These. Über Jahrtausende lässt sich feststellen, dass in warmen Zeiten die Kohlenstoffdioxidgehalte hoch waren und in kalten Zeiten die Kohlenstoffdioxidgehalte niedrig waren. Wenn man berücksichtigt, dass der Kohlenstoffdioxidgehalt wesentlich von der pflanzlichen Vegetation abhängt, so kann dies auch zu dem Schluss führen, dass in kalten Perioden die Bedeckung weiter flächen der Erde mit Pflanzen höher gewesen sein könnte als während der warmen Perioden. Weniger Pflanzenbedeckung der Erde während warmer Perioden bedeutet natürlich auch einen höheren Kohlenstoffdioxidgehalt. Eine höhere Pflanzenbedeckung während der kalten Perioden bedeutet entsprechend einen geringeren Kohlenstoffdioxidgehalt. Damit wird das Kohlenstoffdioxid in den früheren Jahrhunderten zum Indikator für die Pflanzenbedeckung der Erde. In den letzten fünfzig Jahren verlor der Kohlenstoffdioxidgehalt diese Indikatoreigenschaft, weil der Gehalt wesentlich durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe verzerrt wird. [Dies ist eine Hypothese, die sich durch Fakten beweisen muss. Mir fehlen hier leider die finanziellen Mittel, um eine entsprechende Forschung durchzuführen.]

Links zu ähnliche Meldungen

Links im Bereich Querverweise
früheres


zu älteren Themen
spätere Meldung

zu neueren Themen

Ölkriege
Beginnt der Aufmarsch?

30.12.2008 Die Ölproduktionskrise wirft ihre Schatten voraus. Die weltweit größten Reserven finden sich auf der arabischen Halbinsel. Vor einem krieg gilt es die Armeen zu stationieren. Der Aufmarsch beginnt. Von einem Aufmarsch ist zu sprechen, weil die Entsendung der Kriegsschiffe der Asiaten und Europäer und der Amerikaner in den Meldungen unabhängig voneinander erfolgt.

Übersichten der Teilbereiche


Hinweise zur Textgestaltung

Home - Produkte - Impressum - @ - Kontakt - A-A-A Schriftgröße - über - Disclaimer ---